Jan Cermak

Gigathlon 2009: Eine leistungsmässige Berg- und Talfahrt

Meinen 5. Gigathlon in Folge beendete ich auf dem 47. Schlussrang. Die sehr anspruchsvolle Strecke in der Ostschweiz sowie das heisse Wetter waren eine echte Herausforderung für die Teilnehmenden. Am ersten Tag (4.7.) waren 202 km und 4400 Höhenmeter schwimmend, bikend, radelnd, rennend und auf Inline Skates zurück zu legen. Am zweiten Tag (5.7.) standen nochmals 197 km und 2890 Höhenmeter auf dem Programm. Am 1. Tag fand ich nicht wie gewünscht ins Rennen. Schon auf der Schwimmstrecke hatte ich plötzlich mit Atemnot zu kämpfen und war froh, unversehrt aus dem Wasser zu steigen. Auf der sehr schnellen, aber mit 57 km längsten je an einem Gigathlon zurück gelegten Inlineskating-Strecke auf dem Rheindamm konnte ich mich wieder etwas nach vorne arbeiten. Die 90 km lange Rennradstrecke über Faschina- und Furkajoch im Vorarlberg war durch einige Einbrüche geprägt. So locker wie ich bei meiner Reko-Tour an Pfingsten über die Strecke gefahren war, gings leider nicht mehr. Erst ca. 7 km vor der Passhöhe des Furkajochs fand ich wieder einen besseren Rhythmus. Eine mentale Herausforderung wurde die nur 12 km lange aber 1400 Höhenmeter umfassende Laufstrecke auf den Hohen Kasten. Die sehr steilen und technisch herausfordernden Wege erlaubten nur noch zügiges Marschieren und dies schon von ganz unten an. Ausserdem hatte ich mit Krämpfen zu kämpfen. Dass ich die Strecke kannte und damals beim Rekognoszieren alles laufen konnte, machte meine Situation nicht unbedingt besser...Ich habe einige Male ans Aufgeben gedacht, doch ich merkte bald einmal, dass ich mit zügigem Marschtempo gar nicht viel langsamer war als damals als ich die Strecke besichtigte. Ich konnte mich wieder mental aufbauen und gegen Ende der Berglaufstrecke wieder zusetzen. Zum Abschluss des ersten Tages mussten auf dem Mountainbike 40 km durch die Appenzeller Hügellandschaft absolviert werden. Die Beine drehten wieder deutlich besser und die steilen Rampen konnten mir nichts mehr anhaben. Die herrliche Aussicht auf Säntis und Hohen Kasten entlöhnte für die Mühen des Tages. Nach 12:20 Std. erreichte ich das Etappenziel St. Gallen.

Der Sonntag begann mit einer schnellen Inline-Etappe auf gesperrten Strassen von St. Gallen an den Bodensee. Heute fühlten sich meine Beine bedeutend besser als noch am Samstag. Das Schwimmen im Bodensee bereitete mir keine Probleme. Auch heute waren die hochsommerlichen Temperaturen eine besondere Herausforderung und erforderten reichliche Flüssigkeitszufuhr. Die Bike- und Rennradstrecken im Thurgau waren geprägt durch ein stetiges auf und ab. Ich fühlte mich aber gut und konnte vor allem am Berg nochmals zusetzen. Auf der abschliessenden Laufstrecke von Uzwil nach St. Gallen ergoss sich ein heftiges Gewitter über uns, die Single Trails schwollen innert Minuten zu Bächen an. Doch nach so heissen Temperaturen war dies eine willkommene Abkühlung. Mein Betreuer hatte einen Platten am Bike zu beklagen. Glücklicherweise passierte es kurz vor einem Verpflegungsposten. Dort stand ein Bike eines Helfers, das mein Betreuer für den Rest der Laufstrecke benutzen durfte. Geschichten, wie sie nur der Gigathlon schreibt...Unter dem Applaus hunderter Zuschauer erreichte ich kurz vor 18 Uhr das Ziel als 47. Single Athlet in einer Schlusszeit von 22:57 Std. Hier findest Du Fotos von mir am Gigathlon 2009.