Zum Saisonabschluss erreichte ich den 9. Platz an der S2-Challenge Zum Saisonabschluss nahm ich an der S2-Challenge teil. Dieser sympathische, familiäre Ausdauersportanlass ist ein Gigathlon im Kleinformat. Geschwommen werden 350 m im Freibad in Langnau. Danach folgen 22 km Inlineskating auf der gesperrten Hauptstrasse von Langnau nach Signau und zurück. Mit dem Rennrad sind 75 km mit 1150 Höhenmetern über die Moosegg, durchs Aaretal, Wattenwil, Riggisberg bis nach Niederscherli zurück zu legen. Auf der 18 km langen Laufstrecke warten noch einmal 420 Höhenmeter bis nach Schwarzenburg. Zum Abschluss folgt eine wunderschöne und sehr coupierte Bikestrecke rund um Schwarzenburg, die mit 41 km und 1100 Höhenmetern nochmals so richtig in die Beine geht. Als Langnauer war dieser Anlass für mich so etwas wie ein Heimspiel. Schon beim Check-in kannte ich viele der Helfer. Ich habe im Vorfeld die Strecken besichtigt und mir zum Ziel gesetzt, mich in den Top Ten zu klassieren. Jedoch wusste ich nicht, wie gut ich wirklich in Form sein werde. Habe aber darauf geachtet, dass ich nach dem Gigathlon von Anfang Juli nicht mehr allzu lange Trainings mache und ausgeruht an den Start gehen kann. Das Schwimmen (im Neoprenanzug!) war ungewohnt für mich. Die sehr kurze Distanz verlangte, dass ich von Anfang an Vollgas gab. Auf einer so kurzen Schwimmstrecke war auch nicht allzu viel Zeit zu gewinnen oder zu verlieren. Auf den Inlines wurde in den Zeitabständen vom Schwimmen gestartet. Ich startete als 9., somit war ich voll im Fahrplan. Auf dem ersten Kilometer erhielt ich psychologische Unterstützung vom Langnauer Gemeindepräsidenten, der mit dem Fahrrad neben mir her fuhr. Ich war erstaunt, wie hoch das Tempo beim Inlinen war. Es dauerte jedoch eine Weile, bis ich in einer passenden Gruppe Unterschlupf fand. Nun galt es, möglichst wenig Kraft zu verpuffen und dossiert zu fahren. Dies gelang mir gut und so kam ich mit der 13. schnellsten Zeit in die Wechselzone. Auf dem Rennrad liefs von Anfang an hervorragend. Ich staunte nicht schlecht, als ich nach 19:54 Min. schon auf der Moosegg passierte, ohne wirklich am Limit gefahren zu sein. In der Abfahrt bildete sich eine gut harmonierende Gruppe (Windschattenfahren ist an der S2-Challenge erlaubt), bestehend aus Singleathleten und ein paar Couples. Als der spätere Single-Sieger mit einer Gruppe uns in einer Steigung überholte, wurde unsere Gruppe auseinandergerissen. Leider insistierte ich zu wenig und verpasste den Anschluss. So verblieben wir zu Dritt. In der nachfolgenden Abfahrt konnten wir nicht mehr aufschliessen, konnten aber auch gegenüber den folgenden Fahrern einen bedeutenden Abstand herausfahren. So waren wir zu dritt und bald dann nur noch zu zweit unterwegs. Dies war natürlich nicht ideal, da ich so viel mehr Kraft verbrauchte, als wenn ich in einer Gruppe Unterschlupf gefunden hätte. Wir harmonierten aber gut und machten das Beste aus unserer Situation. Ich achtete darauf, regelmässig zu essen und zu trinken. Von hinten schloss niemand auf, ein Zeichen dafür dass wir zügig unterwegs waren. Ich wusste aber nicht genau, wie viele Single-Athleten vor mir waren. Erst an der 3. und letzten Steigung auf der Rennvelostrecke konnte ich meinem Kollegen, einem Couple-Athleten, nicht mehr folgen. Die letzten Kilometer bis Niederscherli musste ich alleine zurück legen. Nach 2:21 erreichte ich die Wechselzone in Niederscherli. Kurz nach dem Wechsel auf die Laufstrecke gings steil durch den Wald runter. Hier spürte ich meine hinteren Oberschenkel, es waren leichte Krampfanzeichen auszumachen. In der Fläche hatte ich aber keine Probleme und konntet locker laufen. Die ersten 5 km legte ich in 25 Min. zurück. Von hinten überholte mich lange Zeit niemand, weder Teams noch Singles. Die anschliessenden Steigungen vom Schwarzwasser hoch zur Gibelegg machten mir schon mehr Mühe. Nun überholte mich 1 Single-Athlet. Ich spürte, dass mir langsam die Kraft in den Beinen fehlte. Dennoch konnte ich überall rennen. Sobald es wieder hinunter und flach wurde, konnte ich wieder schön zügig laufen. Die Temperaturen waren den ganzen Tag über angenehm, rund 21°C. Auch auf der Laufstrecke hatte ich keine Informationen auf welchem Rang ich mich befand. Ich dachte mir einfach: „Lauf so schnell du (noch) kannst, irgendwie wird’s dann schon in die Top Ten reichen.“ Auf den letzten 2 km, wo noch eine kurze aber giftige Steigung zu bewältigen war, fühlte ich mich dann nicht mehr so gut wie noch zuvor. Dennoch erbrachte ich mit 1:37 Std. eine solide Laufleistung. Auf der anspruchsvollen und stark coupierten Bikestrecke konnte man viel Zeit verlieren, wenn man nicht mehr allzu fit war. Obwohl ich genug getrunken und gegessen hatte, kämpfte ich in jeder Steigung mit Krämpfen. Ich konnte nur noch die kleinsten Gänge fahren. Ich war froh, dass ich die Strecke kannte, so wusste ich, was noch alles kommt und konnte mir den letzten Abschnitt gut einteilen. Ich konnte den Schaden dann auch in Grenzen halten, wurde aber dann doch von 3-4 Singles überholt denen ich nicht mehr folgen konnte. Ich ahnte, dass ich wohl die Top Ten so nicht mehr erreichen würde, fuhr aber dennoch mein Tempo weiter. Die letzte längere Steigung auf der Bikestrecke war ein rund 2.5 km langer asphaltierter Aufstieg. Ich versuchte, hier möglichst ein regelmässiges Tempo zu fahren ohne die Krämpfe allzu fest zu beachten. Weiter oben erblickte ich einige Fahrer, von denen ich gedacht hatte, die würde ich bis ins Ziel nicht mehr sehen. Also, geht doch, mittlere Scheibe rein und los! Plötzlich waren die Krämpfe nicht mehr da und innert kürzester Zeit hatte ich diese Singles wieder ein- und überholt. Nun passte es, ich flog richtiggehend dem Ziel entgegen und befand mich in einem Hoch. Kurz vor dem Ziel überholte mich aber noch der schnellste Biker des Tages. Ein kleiner Wermutstropfen, der mich aber hoffentlich nicht die Top Ten-Klassierung kostet…Nach 7:14 Std. erreichte ich das Ziel an 9. Stelle. Ich war mit meiner Leistung zufrieden. Es war sicher nicht das perfekte Rennen, dafür hätte ich auf der Bikestrecke stärkere Beine benötigt. Aber ich habe mein gestecktes Ziel erreicht und dies ist ein schöner Saisonabschluss. Zur Rangliste
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